Dieses Kapitel enthält die Leitlinien für die äußere Form, das Seitenlayout, die Überschriften, den Textkörper, Zitate, Abbildungen, Tabellen, Fußnoten und die Sprache.

3.1 Äußere Form

Alle von mir betreuten schriftlichen Arbeiten sind grundsätzlich online als PDF-Datei einzureichen. Für Hausarbeiten, Projekt- und Praktikumsberichte sowie die Mastery Papers im Modul Berufspädagogik gelten die Vorgaben in diesem Leitfaden uneingeschränkt.

Falls Abschlussarbeiten in Einzelfällen nach Vereinbarung gedruckt eingereicht werden, so sind sie gebunden in zweifacher Ausfertigung einzureichen. Jedem Exemplar muss eine mit der abgegebenen Fassung identische Version der kompletten Arbeit als PDF-Datei auf einem mobilen Datenträger (USB-Stick oder CD) beiliegen.

Als Bindung wählen Sie bitte die Klebebindung mit schwarzem Papprücken und transparentem Deckel. Der Datenträger soll mit der gedruckten Arbeit fest verbunden sein, sodass er nicht herausfallen kann. Den USB-Stick erhalten Sie im Kolloquium zurück.

3.2 Seitenlayout

Rein digitale Arbeiten werden im einseitigen Layout erstellt.

Gedruckte Arbeiten werden im zweiseitigen Layout erstellt. Dabei entstehen Leerseiten, z. B. als Rückseite des Deckblattes oder wenn ein Kapitel auf einer ungeraden Seite beginnt und die vorherige gerade Seite nicht beschriftet ist. Auch in der digitalen Version einer gedruckten Arbeit sind diese Leerseiten enthalten.

Die Seitenzahlen stehen in einer separaten Kopfzeile rechts oben. In gedruckten Arbeiten steht die Seitenzahl auf der ungeraden Seite rechts oben, auf der geraden Seite links oben.

Die Seitenzahlen der Verzeichnisse (siehe Elemente der Arbeit) werden fortlaufend als römische Zahlen in Kleinbuchstaben formatiert. Die Zählung beginnt auf dem Deckblatt, auf dem allerdings die Ziffer „i” nicht sichtbar ist. Die Seitenzahlen ab der ersten Seite des Textteils bis zur letzten Seite der Arbeit sind fortlaufende arabische Ziffern. Eine dünne schwarze Linie trennt die obere Kopfzeile vom Textkörper.

Die Seitenränder betragen rundherum etwa 2,5 cm. Sie werden in gedruckten Arbeiten so eingestellt, dass nach dem Binden innen und außen ein gleich großer Rand entsteht. Dazu wird die Bindekorrektur (Bundsteg/BCOR) mit 8 mm berücksichtigt. In der digitalen Version gedruckter Arbeiten ist der Seitenrand demnach ungleich, auf den ungeraden Seiten links größer, auf den geraden Seiten rechts. In Arbeiten, die nicht gedruckt, sondern nur digital eingereicht werden, kann die Bindekorrektur entfallen.

Als Schriftart wird eine Serifen-Schrift, z. B. Palatino Linotype oder Times New Roman, in Größe 11 pt bis 12 pt mit einem 1,15- bis 1,3-fachen Zeilenabstand gewählt. Die Schriftfarbe ist schwarz (Ausnahme: ggf. farbige Beschriftungen in Abbildungen/Grafiken).

Der Absatzabstand vor und nach Überschriften, Abbildungen, Tabellen, Formeln und Absätzen wird so eingestellt, dass die Arbeit übersichtlich und aufgeräumt wirkt.

3.3 Überschriften

Überschriften sind linksbündig in derselben Schriftart wie der Text gesetzt. Sie heben sich durch ihre Schriftgröße, Fettdruck und vertikale Abstände deutlich vom Text ab.

Überschriften werden durch Gliederungsziffern nummeriert. Die Überschriften auf oberster Gliederungsebene (Kapitel-Überschriften, „Überschrift 1”) stehen jeweils oben auf einer neuen Seite. Im Falle der Abgabe als gedruckte Arbeit soll es eine ungerade Seite sein. (Ausnahme: In Mastery Papers stehen die Kapitelüberschriften nicht auf einer neuen Seite.)

Achtung in Word: Hier unbedingt die Gliederung mit der automatischen Übernahme als Überschriften auswählen, nicht die normale Nummerierung einschalten! Andernfalls werden die Überschriften eingerückt und funktionieren nicht optimal in Verbindung mit den Verzeichnissen (z. B. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis) und den Querverweisen.

3.4 Text

Der Textkörper wird linksbündig im Blocksatz gesetzt. Die automatische Silbentrennung soll so eingestellt werden, dass mindestens eine und nicht mehr als zwei Zeilen hintereinander mit einem Trennstrich enden. Ggf. sind bedingte Trennstriche in den Wörtern zu verwenden, die das Schreibprogramm sonst nicht korrekt trennt. Die aktuell gültigen Regeln der deutschen Rechtschreibung sind zu beachten. Orthografie, Interpunktion, Grammatik und die passende Verwendung von Fachbegriffen machen eine gute Arbeit zu einer sehr guten Arbeit. Um die Gestaltung einer Arbeit im frühen Stadium zu überprüfen, bevor umfangreiche Textpassagen geschrieben wurden, kann ein automatisch generierter Blindtext gute Dienste leisten. Hier hilft ein Lorem-Ipsum-Generator oder auch die Word-Funktionen „=rand(x,y) [ENTER]” bzw. „=lorem(x,y) [ENTER]”, wobei x für die Zahl der Absätze steht, die eingefügt werden, und y für die Zahl der Sätze pro eingefügtem Absatz.

3.5 Zitate

Wann immer in einer schriftlichen Arbeit fremde Texte, Darstellungen oder Ideen direkt („1:1 übernommen”) oder indirekt (sinngemäß übernommen) verwendet werden, müssen diese auf die ursprüngliche Informationsressource (Quelle) verweisen und als direkte oder indirekte Zitate gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung muss direkt an der Stelle in der Arbeit erfolgen, an der das Zitat steht. Wird das versäumt, kann ein Plagiat vorliegen und die Arbeit wird als „nicht ausreichend” (5,0) bzw. nicht bestanden bewertet.

In den von mir betreuten Arbeiten soll die Zitierweise nach DIN ISO 690:2021 in einer dieser beiden Varianten zum Einsatz kommen:

  • Bildungswissenschaftliche Arbeiten: Name-Datum-System, gemäß Anhang A der DIN ISO 690:2021
  • Technische Arbeiten: Nummern-System, gemäß Anhang B der DIN ISO 690:2021

Nach dem Name-Datum-System werden mindestens der Nachname des Urhebers und das Erscheinungsjahr der Quelle im Text als Kurzbeleg angegeben, ergänzt um die Seitenzahl, an der die zitierte Stelle in der Quelle zu finden ist (Smith 2025, S. 3).

Im Nummern-System werden die Quellen in der Reihenfolge ihres Vorkommens im Text durchnummeriert. Als Kurzbeleg steht nur die Nummer in eckigen Klammern, ergänzt um die Seitenzahl, an der die zitierte Stelle in der Quelle zu finden ist [42, S. 7].

Die vollständigen Angaben zur Quelle finden sich im Literaturverzeichnis, das dem Textteil der Arbeit direkt angefügt wird.

Weitere Details zur Zitierweise, insbesondere zu der Frage, welche Angaben zu welcher Quelle/Informationsressource erforderlich sind, sollen der DIN ISO 690:2021 entnommen werden. Es lohnt sich, 15 Minuten in die aufmerksame Lektüre dieser Norm zu investieren, weil das korrekte Zitieren ein zentrales Qualitätsmerkmal wissenschaftlichen Arbeitens ist.

In den gängigen Literaturverwaltungsprogrammen (z. B. Zotero und Citavi) können Sie den Zitationsstil gemäß DIN ISO 690 völlig unkompliziert einstellen. So wird das korrekte Zitieren und Belegen wirklich sehr einfach. Sie müssen nur die Quellen korrekt in die Datenbank eingeben und können auch die Zitate dort direkt managen. Zotero erhalten Sie kostenlos auf www.zotero.org.

3.6 Abbildungen

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte! Und eine gelungene, selbst erstellte Abbildung gibt den Leser:innen Ihrer schriftlichen Arbeit (vor allem mir als Prüfer) wichtige Hinweise auf Ihre Leistungsbereitschaft und Ihre Kompetenzen:

  • Sie haben den Inhalt der Abbildung verstanden und so weit durchdrungen, dass Sie ihn nicht nur in eigene Worte fassen, sondern auch in Ihre eigene Gedankenstruktur einbetten konnten.
  • Sie können mit den Werkzeugen des wissenschaftlichen Arbeitens, hier mit einem Grafikprogramm oder mit der Grafikfunktion Ihres Schreibprogramms, umgehen.
  • Sie haben sich die Mühe gemacht und nicht einfach etwas kopiert oder gescannt. Fatal ist hier auch der Umkehrschluss, der sich aus kopierten bzw. gescannten Abbildungen ergibt.

Leider sind Abbildungen (auch die guten) für den Leser nicht selbsterklärend. Stehen sie ohne weitere Erklärung nur für sich, können sie missverstanden oder sogar im Lesefluss übersehen werden. Das ist umso tragischer, je mehr Mühe Sie sich bei ihrer Erstellung gegeben haben. Im Text sollen der Inhalt und die Bedeutung der Abbildung daher erläutert werden. Dies soll unter Verweis auf die Abbildung geschehen, z. B. durch „vgl. Abbildung 3” oder „… Abbildung 3 veranschaulicht den Vorgang …“.

Befindet sich die Abbildung nicht auf derselben Seite wie der Verweis, was durchaus erlaubt und im professionellen Textsatz zur Herstellung einer guten Seitenoptik sogar gang und gäbe ist, muss der Verweis zusätzlich die Seitenzahl enthalten („… Abbildung 3 auf S. 14 veranschaulicht …”).

Daher trägt jede Abbildung eine Unterschrift, also eine Textzeile unterhalb der entsprechenden Abbildung, in der das Wort „Abbildung” oder „Abb.”, gefolgt von einem Leerzeichen, der fortlaufenden Nummer, einem Doppelpunkt, einem Leerzeichen, einer prägnanten Kurzbeschreibung und ggf. der Quelle, aus der die Abbildung übernommen wurde, enthalten sind. Die Quelle wird mit einem Zeilenumbruch [ENTER] direkt unter der Kurzbeschreibung von dieser getrennt. Auf diese Weise findet sie sich nicht im Abbildungsverzeichnis wieder (siehe Abbildung 1 als Beispiel).

Ist die Abbildung aus einer fremden Quelle übernommen worden, so ist dies direkt im Anschluss an die Kurzbeschreibung durch die Angabe eines Kurzbelegs zur Quelle wie folgt zu kennzeichnen:

  • Bei originalgetreuer Übernahme ist die Abbildung als direktes (Bild-)Zitat zu handhaben, z. B. so: (Autor Jahr, S. 42) bzw. [4, S. 42].
  • Wenn die Abbildung inhaltlich und/oder grafisch sinngemäß übernommen und durch eigene Überarbeitung ergänzt wurde, ist dies durch die Angabe „vgl.” zu Beginn des Kurzbelegs zu kennzeichnen, z. B. so: (vgl. Autor Jahr, S. 42) bzw. [vgl. 4, S. 42].
  • Fließen Daten aus verschiedenen Quellen in eine Abbildung ein, sind alle verwendeten Quellen anzugeben.

Abbildung 1: Formale Kriterien wissenschaftlicher Arbeiten (als Beispielabbildung) (Jungmann 2025, S. 38)

Unter eigenen Darstellungen können Sie vermerken, dass es sich um eine eigene Darstellung handelt. Das ist aber im Grunde überflüssig, da ohnehin alles, was keine Quellenangabe trägt, Ihnen zugeschrieben wird. Interessant wird es, wenn Sie eine bestehende Abbildung nachzeichnen und dabei für Ihre Arbeit anpassen. Das ist dann eine eigene Darstellung in Anlehnung an das Original und soll so gekennzeichnet werden: „Abbildung X: Beschreibung (i. A. a. Quelle)“.

Um die automatische, lückenlose Nummerierung der Abbildungen und die automatische Generierung der Querverweise zu erreichen, soll die entsprechende Funktion in Word zum Einfügen der Beschriftungen verwendet werden.

Wer LaTeX verwendet, braucht sich keine großen Gedanken um das Ganze zu machen, weil diverse Pakete und Befehle, z. B. vref, hier automatisch für korrekte Verweise sorgen. In Word können solche Querverweise unter Verwendung der Abbildungsnummer- und der Seitenzahl-Felder generiert werden.

Bitte beachten Sie auch die Hinweise zum Abbildungsverzeichnis.

3.7 Tabellen

In einer Tabelle lassen sich Daten leichter darstellen und zusammenfassen als in einer rein verbalen Beschreibung. Dennoch sind Tabellen für die Leserin bzw. den Leser nicht selbsterklärend. Stehen sie ohne weitere Erklärung nur für sich, können sie missverstanden oder sogar im Lesefluss übersehen werden. Das ist umso tragischer, je mehr Mühe Sie sich bei ihrer Erstellung gegeben haben.

Im Text sollen der Inhalt und die Bedeutung der Tabelle daher erläutert werden. Dies geschieht unter Verweis auf die Tabelle in einem Querverweis, z. B. „vgl. Tabelle 2” oder „… Tabelle 2 verdeutlicht das Verhältnis von … zu …“. Befindet sich die Tabelle nicht auf derselben Seite wie der Verweis, was durchaus erlaubt und bei umfangreichen Tabellen im Anhang sogar zwingend erforderlich ist, soll der Verweis zusätzlich die Seitenzahl enthalten („vgl. Tabelle 2 auf S. 14”).

Daher trägt jede Tabelle eine Überschrift, also eine Textzeile oberhalb der entsprechenden Tabelle, in der das Wort „Tabelle” oder „Tab.”, gefolgt von einem Leerzeichen, der fortlaufenden Nummer, einem Doppelpunkt, einem Leerzeichen, einer prägnanten Kurzbeschreibung und ggf. der Quelle, aus der die Daten der Tabelle übernommen wurden, enthalten sind (siehe Tabelle 2 als Beispiel).

Sind die Daten der Tabelle oder die komplette Tabelle aus einer fremden Quelle übernommen worden, so ist dies direkt im Anschluss an die Kurzbeschreibung durch die Angabe des Kurzbelegs zur Quelle wie folgt zu kennzeichnen:

  • Bei originalgetreuer Übernahme ist die Tabelle als direktes Zitat zu handhaben.
  • Wenn Daten teilweise übernommen und durch eigene Überschriften oder Spalten ergänzt wurden, ist dies durch die Angabe „vgl.” im Kurzbeleg zu kennzeichnen.
  • Fließen Daten aus verschiedenen Quellen in eine Tabelle ein, sind alle verwendeten Quellen anzugeben.

Tabelle 2: Gewichtung der Kriterien wissenschaftlicher Arbeiten (als Beispieltabelle)

KriterienFormMethodikInhalt
Gewicht20 %30 %50 %

Wer LaTeX verwendet, braucht sich auch hier keine großen Gedanken zu machen, weil auch für Tabellen diverse Pakete und Befehle automatisch für korrekte Verweise sorgen.

Um die automatische, lückenlose Nummerierung der Tabellen und die automatische Generierung der Querverweise zu erreichen, soll die entsprechende Funktion in Word zum Einfügen der Tabellenüberschriften verwendet werden.

Bitte beachten Sie auch die Hinweise zum Tabellenverzeichnis.

3.8 Fußnoten

Fußnoten sind zu vermeiden. Entweder eine Information ist wichtig/relevant, dann gehört sie in den Text, oder sie ist es nicht, dann kann sie ausgelassen werden. Entsprechend den zugelassenen Zitationsweisen – das Fußnoten-System gehört nicht dazu – kommen in Fußnoten weder Kurz- noch Langbelege vor.

3.9 Gendern

Die nachfolgenden Hinweise zur geschlechtergerechten Sprache bilden meine Sicht auf das Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten im Studium differenziert ab. Die Ausführungen sind so ausführlich, weil das Gendern im Allgemeinen und speziell in wissenschaftlichen Texten oft missverstanden wird.

3.9.1 Begriffsklärung und Ziel des Genderns

Unter Gendern verstehe ich die Verwendung geschlechtsneutraler bzw. alle Geschlechter inkludierender Wortformen bzw. Wörter, z. B. Lernende, Lehrkräfte etc. Das Gegenteil des Genderns ist die Verwendung geschlechtsdifferenzierender Wortformen wie Lehrer, Schüler etc. Beides hat seinen Platz.

Das Ziel ist meiner Auffassung nach, in wissenschaftlichen Texten die geschlechtermäßige Zusammensetzung einer Gruppe möglichst präzise im Text abzubilden und dabei im Sinne der Verständlichkeit neue Wortschöpfungen, die (noch) nicht den Weg in den Duden gefunden haben, und lange Aufzählungen durch Verwendung männlicher und weiblicher (oder sogar noch mehr) Formen zu vermeiden.

3.9.2 Begründung für das Gendern im Text

Bei der Formulierung von wissenschaftlichen Texten liegt die Priorität auf Präzision, Prägnanz, Sachlichkeit, Verständlichkeit und Barrierefreiheit.

Die Verwendung geschlechtergerechter Sprache leitet sich schon aus der Forderung nach Barrierefreiheit ab, denn ein wissenschaftlicher Text soll eine möglichst breite Zielgruppe ansprechen, was durch die Verwendung inklusiver Sprache gefördert wird. Zum anderen ist das Gendern insbesondere mit Blick auf Präzision und Prägnanz nicht nur wünschenswert, sondern geradezu zwingend.

Hier steht meines Erachtens eher die Gendersensibilität im Vordergrund als der Gedanke des „Gender Mainstreaming”, also der Geschlechtergerechtigkeit.

Inklusive Sprache kann durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden:

  • Verwendung der Paarform (Splitting), z. B. „Schülerinnen und Schüler”, „jeder Prüfer und jede Prüferin”
    • Hierbei soll auf ausgewogene Erstnennung der Geschlechter geachtet werden, um die Neutralität in der Wahrnehmung beim Lesen nicht zu gefährden.
    • Nicht 100 % inklusiv, da Personen nicht-binären Geschlechts nicht eingeschlossen sind.
  • Neutralisierung
    • durch Verwendung des Gerundiums, z. B. „Studierende”. Das ist natürlich nur im Plural zweckmäßig! („Der Studierende” bringt keinen Präzisionsvorteil gegenüber „der Student”.)
    • durch Verwendung eines per se geschlechtsneutralen Wortes, z. B. Lehrkraft/Lehrkräfte.
  • Gender-Doppelpunkt
    • Im Singular: „ein:e Schüler:in”, oder im Plural „Schüler:innen”.
    • Das Gendersternchen und die Gender-Gap empfinde ich als störend beim Lesen und rate daher davon ab, wenn der Text für mich gut lesbar sein soll.

In der Regel wird eine Kombination von Gender-Doppelpunkt und Neutralisierung zur Anwendung kommen, letztere aber nur, wenn sie der Präzision nicht schadet (s. u.).

Zur Verdeutlichung:

Studentinnen steht für eine Gruppe weiblicher Studierender. Studenten steht für eine Gruppe männlicher Studierender. Studierende steht für eine Gruppe von Studentinnen, Studenten und Menschen, die sich keinem der beiden binären Geschlechter zugehörig fühlen und an einer Hochschule oder Universität an Lehrveranstaltungen teilnehmen und dabei meist einen Abschluss anstreben. Präzise und prägnant wird demnach Studierende verwendet, wenn es nicht um die geschlechtsspezifische Bezeichnung der Personen geht.

Lehrerinnen steht für eine Gruppe weiblicher Lehrkräfte an einer Schule. Lehrer steht für eine Gruppe männlicher Lehrkräfte an einer Schule. Lehrkräfte steht für eine Gruppe von Lehrerinnen, Lehrern und Menschen, die sich keinem der beiden binären Geschlechter zugehörig fühlen, die an einer Schule unterrichten. Präzise und prägnant wird demnach in einer wissenschaftlichen Arbeit i. d. R. Lehrkräfte verwendet, wenn es nicht um die geschlechtsspezifische Bezeichnung der Personen geht.

Schülerinnen steht für eine Gruppe weiblicher Lernender an einer Schule. Schüler steht für eine Gruppe männlicher Lernender an einer Schule. Lernende steht für eine Gruppe von Schülerinnen, Schülern und Menschen, die sich keinem der beiden binären Geschlechter zugehörig fühlen, die an einer Schule lernen. In der Regel wird demnach Lernende verwendet, wenn es nicht um die geschlechtsspezifische Bezeichnung der Personen geht.

3.9.3 Gendern ja, aber nicht um jeden Preis!

Außer Präzision bei besserer Lesbarkeit verfolge ich persönlich in wissenschaftlichen Texten mit dem Gendern keine Ziele und erwarte es auch in den von mir betreuten studentischen Arbeiten nicht. Solange das Gendern den o. g. Prioritäten zuträglich ist oder ihnen zumindest nicht schadet, befürworte ich es grundsätzlich.

In folgenden Fällen rate ich vom Gendern ab:

  • An Stellen, an denen es einer der o. g. Prioritäten schadet und die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit gefährdet.
    • Dies könnte z. B. der Fall sein, wenn die Verwendung der geschlechtsneutralen Form an einer Stelle, an der geschlechtsspezifische Unterschiede bestehen, die Präzision verringert.
    • Ein weiteres Beispiel ist die (unsinnige, aber leider immer häufiger zu findende) Verwendung der gerundiven Wortform im Singular. „Die Lernenden” funktioniert im Plural, aber „der Lernende” ist Quatsch, weil dann auch „der Schüler” geschrieben werden kann.
  • Wenn es sich bei den gewählten Wörtern bzw. Wortformen um Wörter handelt, die nicht Teil der offiziellen deutschen Sprache sind, die also nicht im Wörterbuch zu finden sind, oder die durch die Umwandlung in die geschlechterneutrale Form ihren Sinn verlieren.
    • Die Absolventinnen und Absolventen eines Studiengangs sind die, die den Abschluss erreicht haben.
    • „Absolvierende” ist eine Wortschöpfung, die bestenfalls all diejenigen meint, die sich gerade in der Abschlussprüfung befinden.
  • Wenn es nicht um Personen geht, sondern um kreative Schöpfungen von Wortformen, die sich Menschen mit übermäßigem Gender-Eifer auf Basis einer missverstandenen Theorie des Geschlechtsbegriffes (grammatikalisches Wortgeschlecht / soziales Geschlecht eines Menschen / biologisches Geschlecht eines Menschen) ausdenken.
    • Jeder Mensch kann von mir aus schreiben, was er [der Mensch (m)] möchte.
    • Jede Person kann von mir aus schreiben, was sie [die Person (f)] möchte.

3.9.4 Unpolitisch und im Rahmen des geltenden Rechts

Als Wissenschaftler distanziere ich mich ausdrücklich von dem sozialpolitisch motivierten Gendergehabe, das im Bereich Genderstudies (ursprünglich und auch heute noch vornehmlich der Frauenförderung verschrieben) in den vergangenen vier Jahrzehnten unter dem maßgeblichen Einfluss einschlägig Forschender (überwiegend weiblichen Geschlechts) zu einer Veränderung der Sprache geführt hat, die ich persönlich als weniger gut lesbar, weniger verständlich und wenig hilfreich (außer im Sinne der eigenen Ziele der Forschenden) empfinde. – Wichtig, um Missverständnissen an dieser Stelle vorzubeugen: Die von den Forschenden angestrebten sozialen Veränderungen, ihre Forschungsmethoden und -ergebnisse sowie ihre Argumentation sind nicht Gegenstand meines Statements, sondern die Auswirkungen auf die Sprache in wissenschaftlichen Texten, die ich lese und bewerte.

Als maßgeblich für das Gendern in Texten, die ich als Prüfer bewerte, erachte ich die gesetzlichen Regelungen, die Empfehlungen des Rates der deutschen Sprache und die allgemeinen Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens und Schreibens. So empfehle ich es für die von mir betreuten Arbeiten.